Nachruf – Florian Enzi

26.06.2015

Enzi Florian_kl

Nachruf von Klaus Hohenwarter

Hochwürdiger Herr Pfarrer! Tieftrauernde Angehörige! Werte Kameraden und Trauergemeinde!

Es ist Samstag 20.Juni.
Am Vormittag treffen sich drei junge Männer der Bergrettung Kötschach Mauthen für die Basisausbildung des Österreichischen Bergrettungsdienstes. Dem Eiskurs am Gletscher.
Der Anstieg zur Oberwalderhütte mit dem schweren Gebäck war kein Problem für die körperlich starken Kameraden. Nach einem Ausbildungsblock gingen die Kameraden nach dem Abendessen zeitig ins Bett.

Sonntag 21.Juni
Vormittag – Tourenplanung. Am Nachmittag, ging es ins Gelände. Endlich raus in die frische Luft. Raus auf dem Gletscher. Es war eine tolle Stimmung in der Gruppe. Es wurde gelacht.

Und dann, ——– dann war alles anders.

Plötzlich war alles mit Gewitterwolken verdeckt. Von Wolken in unseren Herzen, über dem Kärntner Bergrettungswesen und verständlicherweise hier in unserer Gemeinde.

Wir haben uns heute hier versammelt um von unserem Kameraden Florian Enzi Abschied zu nehmen und ihm die letzte Ehre zu erweisen.

Sehr betroffen vernahmen wir am Sonntag, dem 21.Juni, dass Florian Enzi in seinen geliebten Bergen von dieser Welt abberufen wurde.

Ein aufrichtiger, bis zum letzten Tag für die Ideale eines Bergrettungsmannes lebender und von uns allen geschätzter Kamerad ist mit ihm von dieser Welt geschieden.

Es ist schwer, passende Worte für den Trost über den Tod eines geliebten Menschen zu finden.

Der Tod eines lieben Menschen, der uns heute hier zusammengeführt hat, beweist uns, jedem einzelnen aufs neue, wie schwer es uns fällt, mit dieser schlichten Wahrheit fertig zu werden, auf der unsere ganze Existenz aufbaut. Obwohl wir um die Vergänglichkeit unseres Lebens und das unserer Angehörigen, Verwandten, Freunde und Bekannten wissen, verdrängen wir jeden Gedanken daran. Wir versuchen sogar zu ignorieren.
Der Tod eines Menschen, den wir gekannt haben, dessen Leben unser Leben mitbestimmt und mitbeeinflusst hatte, macht uns dann aber nur umso eindringlicher bewusst, das Versuche dieser Art zum Scheitern verurteilt sind. Wer lebt, muss auch dem Tode ins Auge blicken. Wie schwierig das ist, erleben wir heute, wenn wir vor dem offenen Grab unsers Flori stehen, um für immer Abschied zu nehmen.

Florian ist am 31.07.1990 in Villach geboren. Seine besorgte Mutter Gudrun und sein stets fürsorglicher Vater Erich hatten ihn bei seinen Vorhaben immer unterstützt. Melanie war nicht nur seine Schwester, sie war auch ein tolle Freundin zum Reden.

Nach 2 Jahren Kindergarten in Würmlach, 4 Jahren Volksschule in Kötschach erlernte er in der Musikhauptschule Kötschach Mauthen die Trompete. Das neunte Schuljahr absolvierte er in der HLW Hermagor.

Schon als Jugendlicher entdeckte er die Liebe zu Sport. Im Winter mit Begeisterung bei Schi Alpin und im Sommer beim Fußball.

Florian erlernte seinen Beruf beim Installateur Steiner in Dellach. Nach der abgeschlossenen Lehrabschlussprüfung trat er seinen Dienst beim Bundesheer an. Als Installateur und Heizungstechniker arbeitete er nun bei der Firma Kaplenig in Kötschach.

Als ehemaliges Mitglied der Trachtenkapelle Mauthen und als Mitglied der Burschenschaft Mauthen konnte man sich auf ihn immer verlassen.

18 Jahre lang war er Mitglied des OeAV Oberes Gailtal Lesachtal. Spielt hier Eishockey und stützte Sepp Lederer bei diversen Arbeiten im Jugend-Ausbildungszentrum. Bei der Alpenvereinsjugend bekam Florian den Bezug zum Berg vermittelt wo auch 2010 sein Feuer für die Berge so richtig entfachte. Klettern, Wandern und Bergsteigen. Aber auch das Berglaufen faszinierte ihn, wo er unteranderem auch sehr gute Erfolge in Einzelbewerben, aber auch in Teambewerben mit seinen Freunden erzielte.

2012 konnte ich Florian für den Bergrettungsdienst bei der Ortsstelle Kötschach Mauthen gewinnen. Parallel zur Ausbildung zum Bergretter bildete er seinen treuen Hund und besten Freund „IBO“ als Such- und Lawinenhund aus.

In unserer freundschaftlichen Gemeinschaft der Bergrettung konnten wir auch seinen Charakter kennenlernen: Als liebenswerten, hilfsbereiten, treuen, zielstrebigen, charmanten jungen Mann würde ich ihn beschreiben. Der immer ein offenes Ohr für die Familie und Freunde hatte. In der Bergrettung war er vor allem aufrichtig, ehrlich und leistungsorientiert.

Es werden noch viele Winter über die Karnischen Alpen hereinbrechen, noch mehr Schnee wird kommen und im Frühling, zur Zeit der Schneeschmelze, wird über Wasserfälle das Wasser herabtosen, Zeiten werden sich ändern, jedoch werden deine Bemühungen um und in unserer Ortsstelle Kötschach Mauthen, deine Kameradschaft, deine Bereitschaft für andere in Not geratene Menschen zu helfen nie in Vergessenheit geraten.

Lieber Flori, Ruhe in Frieden mit einem letzten Berg Heil!

 




Ich bin am Gipfel angekommen…..

22.06.2015

……..es ist himmlisch schön.

Die Bergrettung Kötschach – Mauthen ist tief betroffen vom tragischen Unfalltod ihres Kameraden Florian Enzi. Man kann diese Tragödie nicht in Worte fassen und schon gar nicht begreifen oder verstehen.

Seinen Eltern, Gudrun und Erich sowie seiner Schwester Melanie gilt unser tiefstes Mitgefühl und aufrichtige Anteilnahme.

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Was Bergsteiger antreibt, ist kein Todeswunsch, sondern die Gier nach Leben. Nach einem erfüllten, intensiven, kompromisslosen Leben. Niemals zuvor habe ich Menschen getroffen, die lebendiger waren – körperlich, emotional, intellektuell, spirituell.

Nicolas O' Connell

Parte von Florian

Wir wollen uns auch von unserem langjährigen Freund und Bergkamerad Hans „Hansl“ Oberluggauer verabschieden. Möge sein Frohsinn und sein Lachen uns allen in guter Erinnerung bleiben. Wir bedanken uns aus ganzem Herzen für die tolle Zeit die wir miteinander verbringen durften. Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt seinen Eltern und Geschwistern.

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Parte von Hansl