Mittwoch 02.12.2009, das Sturmtief war abgezogen, am Morgen blauer Himmel und wieder kein Schnee im Tal. Also auf in höhere Regionen in Richtung meines saisonalen Traumgipfels im Lesachtal, hart an der Grenze zu Kärnten, in der Hoffnung auf ein weiteres alpines Zuckerl.
Im Biathlonzentrum laufen noch die Schneekanonen, also Minunsgrade, der Aufstieg zum hohen Bösring führt mich durch eine Märchenwinterlandschaft, gottseidank schon angespurt bei mehr als einem halben Meter Neuschnee. Drei Freunde aus dem Lesachtal kommen mir beim Zwiesel im herrlichen Pulverschnee schon entgegen – „Servus Lois – supa geht’s” !
Kurz darauf ein kleiner Schock, in der Gipfelflanke (Mulde) waren zwei mächtige Schneebretter abgegangen, die Freunde haben die Kurve gerade noch gekratzt. Meine Abfahrt dann im oberen Bereich sehr respektvoll, nicht auf der Ideallinie aber dennoch im traumhaften Pulverschnee.
Donnerstag noch ein Versuch, doch die Gipfelfmulde abzufahren. Am Gipfel treffe ich Charly Lamprecht, schnell wird eine „außerordentliche Sitzung” der Lawinenkommission Kötschach-Mauthen anberaumt – Thema „STOP or GO”? Nach kurzer Beratung dann grünes inneres Licht, ab in direkter Linie durch die steile Gipfelflanke und die anschließende Mulde im sensationellen Tiefschneegenuss.
Die im dortigen Bereich aufsteigenden Lesachtaler Bergretter Hansl Oberluggauer und Wolfgang Guggenberger brachten wir vielleicht kurz in „Alarmbereitschaft”, doch wegen unserer sorgfältigen Einschätzung der Lawinengefahr mussten sie dann doch keinen „Schaufeldienst” leisten.
Lois Ortner

