Mount Everest “Traum und Erfüllung”

22.11.2011




Update-Int.Einsatzübung am “Oberst Gresselsteig”

13.11.2011

Vor einigen Wochen haben wir Euch an dieser Stelle über die internationale Einsatzüber am “Oberst Gresselsteig” berichtet. Der entsprechende ORF-Bericht wurde am 12. November in  „Servus – Srečno – Ciao” gesendet (wer ihn irgendwo im Netz findet, gibt mir bitte Bescheid). Auf der ORF-Seite habe ich noch folgenden, interessanten Bericht gefunden, den ich Euch nicht vorenthalten möchte – die Bilder schauen ohnehin eher aus, als wären sie im Dezember/Jänner aufgenommen worden und nicht wie tatsächlich der Fall im Oktober:

http://kaernten.orf.at/tv/stories/2508977/

Viel Spass beim Lesen und die Vorbereitung auf den Winter.

[Bernd]




Gletschermessung 2011 am Eiskar

08.11.2011

Gletschermessung 2011 am Eiskargletscher (Karnische Alpen)
von Gerhard Hohenwarter sen. und jun., Villach

Der Eiskargletscher aufgenommen von N aus einer Höhe von 2580m am 24. August 2011

Die Nachmessungen am Eiskargletscher wurden – auch heuer mit den üblichen Messutensilien wie Maßband, Klinometer und Bussole – am 7. September 2011 bei günstigen Witterungsbedingungen unter Mithilfe von Sabrina SALCHER (Würmlach), Michael BLIEM (Gmünd) und Mag. Gerhard HOHENWARTER jun. (Villach) vorgenommen.
Ich danke sowohl meinen Begleitern für die Unterstützung bei der Gletschermessung als auch meinen bewährten Gewährsleuten, den Herren Emmerich FREIDL, Heinz LEDERER, Roland PRANTER ( alle Kötschach-Mauthen) und Vittorio LJUBA (Klagenfurt), von denen ich im Laufe des vergangenen Haushaltsjahres für meine Mess- und Beobachtungstätigkeit sehr wertvolle Informationen erhielt, sehr herzlich.
Mein besonderer Dank gilt dem Ortsstellenleiter der Bergrettung Kötschach-Mauthen, Herrn Klaus HOHENWARTER (Reisach) für seine Hilfestellung bei unserem heurigen Schneehöhensondierungsprojekt.

Niederschlagsverhältnisse im Haushaltsjahr 2010/11
Der erste nennenswerte Neuschnee (25 cm) fällt am Eiskargletscher Mitte Oktober. Zum Monatsende hin sowie im November kommt es im Zuge von mehreren Italientiefs zu intensiven Niederschlägen in den Karnischen Alpen. Die Schneefallgrenze pendelt dabei zwischen 2000 und 2500 m, wodurch sich am Gletscher eine stark durchfeuchtete Schneedecke ausbildet, welche erst zum Monatsende komplett durchfriert. Der Dezember bringt zunächst rund 50 cm Neuschnee, verläuft dann aber bis zum 23. d.M. niederschlagsfrei, ehe ein Genuatief für intensive Niederschläge sorgt. Zum Jahreswechsel liegt der Eiskargletscher unter einer kompakten aber nicht besonders mächtigen Schneedecke. Im Jänner und Feber fallen im Eiskar in Summe nur rund 90 cm Neuschnee, welche auf drei Niederschlagsereignisse zurückzuführen sind. Mitte März sorgt eine anhaltende Südwestströmung für intensive Schneefälle. Hierbei handelt es sich bereits um die letzten ergiebigen Schneefälle am Eiskargletscher im Haushaltsjahr 2010/11! Im April und Mai fallen in den Hochlagen der Karnischen Alpen nur wenige Zentimeter Neuschnee und beide Monate verlaufen deutlich zu mild, wodurch es bereits sehr früh im Jahr zu mäßiger bis starker Schneeschmelze kommt. Im Juni setzt sich die gletscherabträgliche Witterung fort. Nur einmal kommt es zu leichtem Schneefall bzw. Hagel am Gletscher. Der Juli bringt zum ersten Mal seit zehn Jahren leicht unterdurchschnittliche Monatsmitteltemperaturen, welche auf anhaltenden Tiefdruckeinfluss über Mitteleuropa in der zweiten Monatshälfte zurückzuführen sind. Im Eiskar kommt es sogar zu rund 10 bis 15 cm Neuschnee. Dem kühlen Juli steht aber ein extrem milder August gegenüber. Besonders die zweite Monatshälfte ist von einer bis in den September andauernden Hitzewelle geprägt. Somit kommt es am Gletscher nicht nur im August sondern auch noch bis Ende September zu starker Schnee- und Eisschmelze, welche nur von einem intensiven Niederschlagsereignis um den 17.9.2011 unterbrochen wird. Aber selbst im Zuge dieser Niederschläge fallen am Eiskargletscher nur wenige Zentimeter Neuschnee.

Beobachtungen am Eiskargletscher während des Sommers 2011
Der Eiskargletscher wurde heuer im Frühsommer/Sommer am 26. Mai, am 29. Juni, am 30. Juli und am 7. September aufgesucht, zusätzlich wurde am 24. August ein Fotoflug durchgeführt.


Blick von der Grünen Nase (2189m) nach SW ins Eiskar
(links 26. Mai 2011, rechts 7.September 2011)

Aussehen des Eiskargletschers am 7. September 2011
55% der gesamten Gletscherfläche waren am 7. September 2011 noch mit Altschnee bzw. Firn bedeckt, 45% waren schneefrei, wobei es sich dabei ausschließlich um schuttbedecktes Gletscherareal handelte. Das Blankeis war noch an keiner Stelle des Gletschers sichtbar.
Bei einer neuerlichen Begehung am 17. Oktober 2011 konnte jedoch eine deutliche Verringerung der Altschnee/Firnbedeckung im Vergleich zum Messtag festgestellt werden.

Foto 6, 7, 8 und 9: Blick aus 2100m Höhe gegen den Trog mit dem Ende der Gletscherzunge
(links oben 11.9.1994; rechts oben 9.9.2003; links unten 7.9.2007; rechts unten 7.9.2011)

Die Tatsache, dass sich am Gletscher in den letzten Jahren wieder eine teils mächtige Firn- bzw. Altschneedecke bilden konnte, ist in Zeiten der globalen Erwärmung sehr beachtlich und für den Gletscher ausgesprochen wichtig. Denn die schneearmen 1990er Jahre sowie die milden 2000er Jahre haben besonders in der Gletscherzunge zu starken Rückzugsbeträgen geführt. Mittlerweile ist die Breite des Gletschers am Zungenansatz auf nur mehr 21,6m zurückgeschmolzen (Stand 2008), die mächtige Firnbedeckung der letzten Jahre hat aber ein weiteres Abschmelzen an dieser schmalen Stelle verhindert; somit ist es vorläufig noch nicht zu einem Abreißen der Gletscherzunge vom restlichen Eiskörper gekommen.

Messergebnisse 2011
Die Längenänderung 2010/11 an der einzigen gemessen Marke (G06) betrug -0,8 m.

Das Längenverhalten des Gletschers wurde im September 2011 zum vierten Mal in Folge seit 2008 als stationär eingestuft!




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