Monte Agner – „Spigolo Nord“

17.09.2012

An einem der wohl schönsten Wochenenden in diesem Sommer oder besser gesagt bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen kletterten wir in einer 2-Tagestour den Monte Agner über die „Spigolo Nord“.

Um vier Uhr früh starteten wir vom Gailtal Richtung Val di San Lucano. Relativ zügig erreichten wir durch ein trockenes Bachbett den Einstieg zur Route und es erwartete uns eine Kletterlänge von 1900 Metern. Die Schlüsselstelle war laut Führer mit 6- bewertet, der Rest deutlich leichter. Im nach hinein betrachtet, waren weite Strecken im 2. und 3. Grad, jedoch trotzdem nicht zu unterschätzen (Dolomitenbewertung).

Bis zur ersten Kantenschulter war alles dabei, was das Alpinherz „begehrt“. Moos – Gras – Erde – und sehr aufdringliche Latschen ..… und das ganze auch noch ein wenig feucht. Je höher wir gelangten, desto besser wurde jedoch der Fels und es zeigte sich der griffige Palafels von seiner schönsten Seite. Ohne lange Pausen kletterten wir zügig voran und erreichten gegen 18 Uhr schließlich unseren Biwakplatz am „Alpenrosenfeld“. Zum Glück hatten wir pro Person eine Dose Bier im Rucksack und so wurde der Abend neben dem schönen Sonnenuntergang auch noch gesellig.

Am nächsten Morgen starteten wir um 7 Uhr wieder und nahmen den zweiten Teil der Tour in Angriff. Die letzen 800 Höhemeter warteten auf uns. Seillänge um Seillänge folgte, und so waren wir froh gegen 16 Uhr den Gipfel zu erreichen. Unsere Mühen wurden mit einem gigantischen Ausblick über die Bergwelt belohnt.

Im Anschluss folgte noch der Abstieg (ca. 2000hm) bis nach Frassene (Talort). Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit entschlossen wir uns die 25 Kilometer zurück zum Auto, bequem und gemütlich (besser schlecht gefahren als gut gegangen) mit dem Taxi zu fahren. Schließlich und endlich gelangten wir gegen Mitternacht wieder daheim im Gailtal an und konnten nach 44 Stunden intensivster Bergfahrt zufrieden den Kopf auf den Polster legen.
[Stefan Obernosterer]




  1.  

    Roland Pranter
    18.09.2012

    Hi Jungs, Gratulation zur tollen und eindrucksvollen Leistung – es gibt sie ja doch noch, die Alpinisten………
    Roland



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