Wer hat nach einem üppigen Mahl nicht das Bedürfnis sich zu bewegen oder auch nicht, so nach dem Motto: „Nach dem Essen sollst du ruh’n oder tausend Schritte tun”.
Auch ich bevorzuge schon jahrzehntelang, wenn die Zeit es zulässt und die Mittagsmahlzeit gut und üppig war, eher die Ruhe, also das standesgemäße „Nopfatzle”.
Es gibt aber auch noch andere Spezis auf unserem Planeten, die eine Siesta halten so wie ich . So beobachtet und erlebt im alpinen Bereich inmitten Natur pur beim Aufstieg zum Würmlacher Polinik im Rahmen einer Trainingsrunde für die bevorstehende 4 tägige 130 km Wallfahrt von Sauris nach Maria Luggau und retour.
Vermutlich wegen des tempobedingten Sauerstoffmangels schon leicht sehbehindert merke ich erst sehr spät das am Weg liegende „Hindernis”, eine schlafende Kreuzotter.
Das graue Reptil mit schwarzem Zickzackband ist männlichen Art (die Weibchen sind braun mit ebenfalls schwarzem Zickzackband am Rücken) machte keinen Anstand, mir die letzten Meter des Weges zum Gipfelkreuz freizugeben.
Aufgrund der Körperfülle erkenne ich, dass es sich in hier einem reptilen Verdauungsschlaf handelt. Ich habe noch Zeit, die Kamera aus dem Rucksack zu holen, ehe sich der „Herr” bequemt, seine „Sonnenterrasse” cool und gemächlich zu verlassen.
Mein tempobedingtes „Nopfatzle” habe ich dann erst am Gipfel nachgeholt, ehe ich durch die herrlichen Almwiesen voll mit Königsdisteln im Würmlacher Alpl heimwärts marschierte.
Obwohl Schlangen Fluchttiere sind, werden Menschen bei der Begegnung mit diesen wunderschönen bedrohten Tieren eher zu diesen.
Lois Ortner

